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Konzert 2014: 6. April 2014, Berikon

Sonntag, 6. April 2014

 

Konzert "CHALLENGE!"

 

Ort

Berikerhus, Berikon (Aargau)

 

Leitung:

Jean-Claude Kolly, Fribourg

 

Ort

Berikerhus, Berikon (Aargau)

 

Türöffnung

16 Uhr

 

Konzertbeginn

17 Uhr

 

Eintrittspreise (pro Person)

CHF 25

CHF 20 (AHV- und IV-Bezüger)

CHF 15 (Studenten)

 

VIP-Tickets

CHF 45   --> beachten Sie die Zusatzinformationen unter "Tickets"

 

Orchester - die Mitwirkenden 2014

Gastdirigent

Jean-Claude Kolly, Fribourg

 

 
Piccolo
Anne Kubasch
 
Flöte
Jörg Dennler
Saskia Gisler
 

Oboe

Isaï Woerlen

 

Fagott
Denise Steiner
vakant
 
Klarinette
Heidy Huwiler (1.)
Tobias Zwicky (1.)
Roland Käppeli (2.)
Erich Bon (2.)
Marylene Ehret (2.)
Rebecca Giampà (3.)
Helen Rüthemann (3.)
Pius Bucher (3.)
 
Bassklarinette
Stéphanie Lehner
vakant
 
Saxophon
Daniel Bolt (Alt / Sopran)
Michel Byland (Alt)
Martin Kilchsberger (Alt)
Vera Wahl (Tenor)
Michelle Burri (Tenor)
Alexandra Müller (Bariton)
 
Trompete
Niklaus Egg (1.)
Ursi Rechsteiner (1.)
Markus Steimen (2.)
Martin Borner (2.)
Urban Bauknecht (3.)
Koni Strotz (3.)
 
Waldhorn
vakant (1. Horn)
Sandra Güttinger (2.)
Stefan Aegerter (3.)
Stephan Leuch (4.)
 
Posaune
Sergei Yemelyanenkov (1.)
Stefan Annen (2.)
Sandro Oldani (3.)
 
Euphonium
Jerome Müller
Fabio Pola
 
Tuba
Pascal Koller (Eb)
Roman Wegmüller (Bb)
Thomas Käch (Bb)
 
Perkussion
Christian Kyburz
Christoph Bolliger
Fabian Frei
Ralph Marks
Sammy Bauknecht
Stefan Gisler
 
Kontrabass
Simon Tschupp

 

 

Gastdirigent Jean-Claude Kolly - ein Portrait

Jean-Claude Kolly wurde 1961 geboren und ist in Le Mouret aufgewachsen. Er besuchte das Lehrerseminar in Freiburg und arbeitete später als Primarlehrer in Ependes und Marly. Am Konservatorium Freiburg studierte er Klavier, Trompete und Musiktheorie und erlangte ein Lehrdiplom. 1988 folgte das Direktionsdiplom am Konservatorium Lausanne.

 

Seit 1983 dirigiert er die Gérinia, seit 1993 die Concordia Freiburg. Er war auch Dirigent verschiedener anderer Formationen, unter anderem sieben Jahre bei der Brass Band Freiburg. An der Musikhochschule Lausanne und am Konservatorium Freiburg unterrichtet er Direktion.

 

Jean-Claude Kolly hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Ehefrau in Montévraz.

Konzertprogramm - "CHALLENGE!"

Divertimento  (Oliver Waespi)

I. Prelude

II. Meditation

III. Procession

IV. Hoedown

 

Vier sehr unterschiedliche Sätze fügen sich in diesem Divertimento zu einem Ganzen zusammen. Jeder Satz verkörpert einen eigenen musikalischen Charakter.

 

Der erste Satz, das Prelude, erfüllt die Rolle einer Ouvertüre: Mit ihm geht gewissermaßen der Vorhang des Schauspiels auf. Es beginnt mit brillanten Motiven, enthält einen ruhigeren lyrischen Mittelteil und findet gegen Ende wieder zur Brillanz des Anfangs zurück.


In der daran anschliessenden, kontrastierenden Meditation wird ein in sich gekehrter Gesang der Oboe, später auch der Flöte und des Horns, von zwischen dunkel und hell schillernden Orchesterfarben begleitet. Danach folgt eine Procession, jedoch keine Procession der Noblen wie bei Rimski-Korsakow, eher eine abgewandelte Second-Line-Procession aus New Orleans, die mit ihren pulsierenden Rhythmen mehr zum Tanz, als zum gemessenen Schreiten einlädt.

 

Abgeschlossen wird das Stück durch einen Hoedown, wiederum ein amerikanischer Tanz, der dem Orchester Gelegenheit für Übermut und Virtuosität geben soll und gar nicht schnell genug gespielt werden kann.

 
Wichtig ist in allen vier Sätzen eine präzise Artikulation, Transparenz und Freude am Spielen.

 

 

Extreme Make-over  (Johan de Meij)

Metamorphoses on a Theme by Tchaikovsky

 

Extreme Make-Over besteht aus einer Reihe von Metamorphosen eines Themas aus Peter Iljitsch Tschaïkovskis bekanntem Andante cantabile (dem zweiten Satz aus dem Streichquatett Nr 1). "Nie im Leben habe ich mich so geehrt gefühlt, nie war ich so stolz auf meine kreativen Fähigkeiten, wie, als Leo Tolstoi auf dem Stuhl neben mir sass und, meinem Andante lauschend, ihm Tränen über die Wangen kullerten", schreibt der Komponist im Winter 1876 anlässlich eines speziell für Tolstoi organisierten Konzerts im Konservatorium Moskau.

 

Das Haupthema des Andante cantabile basiert auf einem russischen Volkslied. In Extreme Make-Over wird dieses Thema in seiner Originalform von einem Saxophonquartett präsentiert.

 

Die erste Metamorphose geht von einem einzigen Ton aus, zu welchem sich die beiden folgenden Töne des Themas in glockenähnlichen Akkorden hinzu gesellen. Die Ergänzung der tieferen Sekunde führt in eine völlig neue Klangwelt und beschliesst die erste Metamorphose.

 

Das kanonische Thema des Finales vorwegnehmend, bildet ein Paukensolo der Uebergang zum alla marcia. Dieser Satz ist ein robusten neoklassizistischen Stil komponiert, gewürzt mit Zitaten, wie zum Beispiel Bruchstücken aus Tschaikovskis vierter und sechster Sinfonie und der Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia.

 

Der folgende Satz stellt eine eher unkonventionelle Instrumentengruppe vor: zehn gestimmte Flaschen, die von ebenso vielen Holzbläsern gespielt werden. Diese Gruppe bildet dann die Begleitung zu einem ausgedehnten Marimbaphon-Solo, wodurch allmählich eine Art Gamelan-Effekt entsteht.

 

 

Dieser filigrane Satz schliesst nahtlos an das Finale, eine kanonische Behandlung des Themas, an. Durch alle Instrumentengruppen sausend, führt sie zu einem festlichen Schluss.

 

 

Romanian Dances  (Thomas Doss)

 

I. Meleaguri mistice (geheimnisvolle Landschaft), Doina (Gebet), Bocet (meist von Frauen gesungener Klagegesang)

 

II. Batuta I (Tanz mit Stampfen und Trommeln)

 

III. Colinda (Tanz zum neuen Jahr)

 

IV. Jocuri (Spieltänze)

 

V. Apsanescu (Kreistanz)

 

VI. Batuta II

 

 

Diese Komposition ist ein Auftragswerk der Harmoniemusik Balzers in Lichtenstein.

Rumänien besitzt einen unendlichen Reichtum an Folkloremusik und Volkskultur. Klingt die Musik im Norden für den Westeuropäer noch vertrauter, wird sie Richtung Süden immer schneller und feuriger.

 

Thomas Doss' Arbeit zu dem vorliegenden Stück erforderte eine sehr intensive Recherche und sorgfältige Auswahl aus über 1000 zusammengetragenen Liedern, welche aus allen Regionen dieses Landes stammen. Allein diese Arbeit ein Erlebnis für sich. Sie vertiefte seine ohnehin sehr starke persönliche Beziehung zu Rumänien!

 

Die verschiedenen Sätze der Romanien Dances beinhalten jeweils teils fragmentarisch verarbeitete Volkslieder, welche der Komponist nach seinem Geschmack zusammengestellt und bearbeitet hat.